Suchmaschinen auf umweltfreundlicher Basis
Mar 05
Der Umstand, dass eine einzige Suchanfrage bei Google soviel Strom verbraucht wie eine Stunde Brenndauer einer Energiesparlampe ist allgemein bekannt. Wenn man bedenkt, wie viele Suchanfragen pro Sekunde bei Google eingegeben werden, kann man leicht ausrechnen, wie hoch der tägliche Stromverbrauch durch die Suchmaschine ist. Ähnlich verhält es sich auch bei den Google-Konkurrenten wie beispielsweise Bing.
Inzwischen gibt es auf dem Suchmaschinen-Markt allerdings auch einige Alternativen, die auf umweltfreundlicher Basis Suchanfragen ausführen. Hierbei wird im Regelfall ein deutlich geringerer Stromverbrauch erforderlich und sind somit aus Sicht von Umweltschützern deutlich produktiver. Andererseits kann man Google aufgrund des hohen Stromverbrauchs nicht vorverurteilen – immerhin investiert das Unternehmen alljährlich Millionen von US-Dollar in Erneuerbare Energien und in die regenerative Stromgewinnung. Inzwischen plant Google sogar die Kühlung seiner Rechenzentren mit Wasserenergie. Trotz dessen sollte man sich umweltfreundlicheren Suchmaschinen durchaus in Betracht ziehen.
Als Beispiel an vorderster Front steht die Suchmaschine Ecosia. Die Suchmaschine gibt 80 Prozent der Einnahmen weiter und unterstützt damit die Wiederaufforstung des Regenwaldes. Bisher wurden so 1,1 Millionen Euro gespendet, die dafür sorgen, dass der Regenwald erhalten bleibt und die Umwelt geschont und geschützt wird. Auch Forestle, ein ehemaliges Google-Projekt, welches nun von Bing und Yahoo unterstützt wird, zielt in diese Richtung. Inzwischen werden die dortigen Suchanfragen zu Ecosia umgeleitet – dort werden Suchergebnisse von Bing und Yahoo ausgegeben. Rund 50.000 Menschen greifen jeden Tag auf Forestle als Alternative zu Google zu und erledigen ihre Suchanfragen auf diese Weise.
Ein anderes Prinzip verfolgt die Suchmaschine Znout. Diese Suchmaschine basiert auf der benutzerdefinierten Suche von Google und hat demnach den gleichen CO2-Ausstoß zu verzeichnen. Im Gegenzug werden allerdings Zertifikate für Erneuerbare Energien erworben um die negative Balance auszugleichen. Nach der Schließung von Forestle durch Google wurde Znout als Alternative eröffnet und ist heutzutage auf dem Markt der umweltfreundlichen Suchmaschinen auf einem aufstrebenden Ast.
Allgemein stellen die umweltfreundlichen Suchmaschinen heute einen durchaus interessanten Gegenbereich zu Google dar und sind daher auf jeden Fall in Betracht zu ziehen. Dennoch werden sie Google weder heute und vermutlich auch in den nächsten Jahren keine großen Verluste bescheren oder dessen Marktanteile reduzieren. Dazu hat Google sich in den vergangenen Jahren viel zu stark als Suchmaschine der Massen etabliert und überzeugt mit Leistung und Präzision in den Suchergebnissen. Lediglich der Umweltschutz spielt beim Unternehmen Google bislang eine eher untergeordnete Rolle. Es bleibt abzuwarten, ob und was sich hier in der nächsten Zeit etwas verändern wird.