Hat Wikipedia bald eine Internet Marketing Agentur nötig?
Apr 06
Wer nach einem Begriff in einer Internetsuchmaschine sucht, trifft in vielen Fällen sehr schnell auf einen Wikipedia-Eintrag, der sich dem gesuchten Begriff mit einem erklärenden Beitrag widmet und in der Regel viele nützliche Informationen bietet. Für eine Internet Marketing Agentur wäre das ein optimales Optimierungs-Ergebnis. Doch möglicherweise ist es in Zukunft vorbei mit diesem guten Stand, denn die freie Enzyklopädie lebt von Autoren, die freiwillig und unentgeltlich ihre Texte beitragen. Neuerdings nimmt die Zahl dieser freien Autoren allerdings immer mehr ab. Bei einer Tagung erklärte das Kuratorium der Wikimedia Foundation nun, dass die abnehmende Aktivität beim Schreiben und Bearbeiten von Artikeln die aktuell größte Herausforderung für das Projekt darstelle. Eine Studie belegt, dass der Anteil neuer Teilnehmer (beim englischsprachigen Wikipedia) bereits seit 2007 zunehmend schrumpft.
Weitere Studien ergaben zudem, dass gerade die deutschsprachige Enzyklopädie schneller altere als alle anderen Wikipedia-Communitys. In Deutschland liege der Anteil neuer Schreiber lediglich bei 25 Prozent. Zum Vergleich: In der englischsprachigen Ausgabe sind es immerhin noch 40 Prozent, bei der russischen Version sogar noch 52 Prozent. Sollten die Autorenzahlen bei Wikipedia auch weiterhin sinken, wird das Projekt sicherlich Attraktivität im Netz einbüßen und braucht dann vielleicht doch die Hilfe einer Internet Marketing Agentur um im Ranking der Suchmaschinen einen guten Stand wahren zu können.
Als Grund für die fallende Popularität wird angesehen, dass in den Wikipedia-Diskussionen oft ein sehr rauer Ton herrscht, den sich die Autoren, die ihre Texte immerhin freiwillig schreiben, nicht anhören wollen. Das liegt wohl vor allem an einer eher kleinen Gruppe von aggressiven Menschen, die Wikipedia eher verlassen sollten, als die ehrenamtlichen Schreiber. Im zehnten Jahr des Bestehens gibt es daher Anlass zur Sorge bei der Plattform, die vorher nahezu alle Rekorde brach. Inzwischen schreiben immer weniger Autoren neue Beiträge und neue Autoren bleiben meist höchstens ein Jahr dabei. Der bemängelte raue Umgangston, der hinter den Kulissen von Wikipedia herrscht, steht vor allen Dingen in Zusammenhang mit der immer wieder fallenden Frage: Was darf rein und was nicht?
Dahinter steckt ein detaillierter Kriterienkatalog, der das Wissen, dass in Wikipedia Raum finden darf, definiert. Auf 30 Seiten ist dort alles reglementiert und schreckt neue Autoren häufig ab. Wer gegen die Kriterien verstößt, der muss damit rechnen, dass sein Artikel gelöscht wird. Inzwischen haben sich innerhalb von Wikipedia sogar zwei Gruppen gebildet, die eine bestimmte Position verfolgen: Die Inklusionisten fordern, dass weiterhin möglichst viele Informationen in die freie Enzyklopädie aufgenommen werden. Die Exkludisten dagegen wollen die Zahl der Einträge beschränken und stattdessen die Qualität bestehender Artikel erhöhen. Durch diesen Zwist wird die Wikipedia-Community zunehmend gespalten und die herrschenden Diskussionen, denen auch der eigene Text zum Opfer fallen kann, wirken auch auf neue Autoren abschreckend. Unter www.pluspedia.de haben die Inklusionisten sogar einen Wikipedia-Ableger ohne Relevanzkriterien angelegt, in dem sich auch alle, aus dem beschränkten Wikipedia gelöschten Einträge wiederfinden.